Der MC wird gerne als "Himmelsmitte" bezeichnet, was
erstens nicht korrekt, zweitens sehr verwirrend, aber drittens
wenigstens die richtige Übersetzung von "Medium Coeli" ist.
Die "Mitte des Himmels" ist der Punkt, der sich direkt
über einem befindet, und dieser Punkt heisst astronomisch "Zenit".
Der MC ist der Ort des höchsten Standes der Mittagssonne
am Geburtsort, und der muss sich nicht unbedingt in der Mitte des
Himmels befinden. Meistens tut er das auch nicht.
Ein extremes Beispiel:
Blickt man senkrecht nach oben, dann schaut man
automatisch auf den höchsten Punkt des Himmels - auf den Zenit - egal,
wo auf der Erde man sich befindet. Wenn man das um zwölf Uhr Ortszeit am
Äquator macht, dann steht auch gleichzeitig die Sonne an diesem höchsten
Punkt, also ist MC und Zenit das selbe.
Blickt man im Dezember am Nordpol stehend mittags
senkrecht nach oben, sieht man zwar wieder auf den Zenit, aber auf den
höchsten Stand der Sonne kann man lange warten, die befindet sich
monatelang unter dem Horizont und man sieht den MC nicht.
Wer an einem Herbsttag in unseren Breiten mittags in den
Himmel schaut, wird feststellen, dass sich der höchste Sonnenstand (MC)
mitnichten oben in der Mitte des Himmels befindet, sondern irgendwo weit
darunter.
Der Begriff "MC", stammt aus südlichen geographischen
Breiten, in denen die Sonne schon auch mal am Zenit steht, ist aber
eigentlich falsch. Der MC sollte eigentlich besser "HS" (höchster
Sonnenstand) heissen.
Der höchste Stand der Sonne kann in nördlichen Breiten
schon mal am Horizont sein, AC und MC fallen also zusammen (und lassen
bei nicht äqualen Häusersystemen wie z.B. Placidus einen ganzen
Quadranten verschwinden, weil die den Beginn des zehnten Hauses an den
höchsten Stand der Sonne koppeln), während die Himmelsmitte immer da
bleibt, wo sie hingehört: Oben in der Mitte am Himmel.
