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Die Seite für
Astrologie-Schüler |
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Das Septimtrezil |
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Seit Alters her bekannt sind die Aspekte Konjunktion,
Quadrat, Opposition, Trigon und Sextil. Der einzige Aspekt, den man
nicht nur am Computerbildschirm, sondern als ungeschulter Beobachter
auch am Abendhimmel erblicken kann, ist übrigens Mond Konjunktion Venus.
Venus als Abendstern ist der Punkt, der als erster am Himmel erscheint,
ungefähr da, wo die Sonne untergegangen ist. Und wenn der Mond
dabeisteht, dann ist das eine Konjunktion. Aber schon bei der Frage, in
welchem Tierkreiszeichen das denn sein könnte, muss man passen...
Der Mathematiker, Astronom und
Astrologe Johannes Kepler hatte irgendwie eine Affinität zur Zahl 8
- er spricht von "acht Beziehungen des Zusammenklanges" - und erweiterte
die Liste der Aspekte um das Quintil, das Biquintil und das
Anderthalbquadrat, um auf die Zahl Acht zu kommen. Das Anderthalbquadrat
erklärte er einige Jahre später als unwirksam und ersetzte es durch das
Halbsextil.
Leider blieb es nicht bei den acht Aspekten, seit dem
17ten Jahrhundert wurden eifrig weitere Winkel dazu erfunden.
Die Aspekte folgen dem Schema 360 geteilt durch x, wobei
das x eine kleine ganze Zahl ist.
360 : 1 = 360°. Die Konjunktion
360 : 2 = 180°. Die Opposition
360 : 3 = 120°. Das Trigon
360 : 4 = 90° . Das Quadrat
360 : 5 = 72°. Das Quintil, das eine von Natur
aus entwickelte Fähigkeit anzeigen soll, die nur noch an die Oberfläche
kommen muss. Davon abgeleitet ist das Biquintil (2*72 = 144 Grad), das
die Eigenschaften eines Quintils mit Kreativität und Okkultem verbindet.
360 : 6 = 60°. Das Sextil
360 : 7 = 51,4285°. Das Septil, angeblich
zuständig für Harmonie und Vereinigung.
360 : 8 = 45°. Das Halbquadrat erzeugt Spannungen
und Irritationen. Davon abgeleitet das Anderthalbquadrat (3*45 =
135 Grad), das wie ein Halbquadrat wirken soll.
360 : 9 = 40°. Über das Novil wird nichts Näheres
berichtet, außer dass die Meinungen über diesen Nebenaspekt weit
auseinander gehen und sich in der Literatur kaum etwas darüber findet.
360 : 10 = 36°. Das Dezil soll für
Einfallsreichtum und Einsicht in das Wesen der Natur stehen, davon
abgeleitet wird das Tredezil (3*36 = 108 Grad), das das geistige
Wachstum und geistige Entfaltungsmöglichkeiten symbolisieren soll.
360 : 11 = 32,7272°: Unbekannt
360 : 12 = 30°. Das Halbsextil, das je nach Autor
schwach harmonisch oder schwach disharmonisch wirken soll. Davon
abgeleitet das Quinkunx (5*30 = 150 Grad), das latente Spannungen mit
einem Gefühl des Unbehagens und einer unbewussten Nachlässigkeit
ausdrückt.
360 : 13 = 27,6923°: Unbekannt
360 : 14 = 25,7142°. Dieser Aspekt wird nicht benutzt,
obwohl man ihn folgerichtig eigentlich als "Halbseptil" bezeichnen
müsste.
360 : 15 = 24°. Das Quindezil, ein angeblich
schwach harmonisch wirkender Aspekt.
360 : 16 = 22,5°. Trotz eines übersichtlichen
Rechenergebnisses hat dieser Aspekt in der traditionellen Astrologie
keinen Namen und auch keine Bedeutung. Anders dagegen in der Hamburger
Schule, hier ist der Aspekt und seine Vielfachen von grundlegender
Bedeutung.
360 : 17 = 21,1764°: Unbekannt
360 : 18 = 20°. Eine exakte einfache ganzzahlige
Division. Trotzdem findet dieser Aspekt keine Anwendung, obwohl er
mathematisch so etwas wie ein "Halbnovil" oder ein "Drittelsextil"
darstellt. Außerdem könnte man davon Aspekte mit 80 oder 100 Grad
ableiten.
360 : 19 = 18,9473°: Unbekannt
360 : 20 = 18°. Das harmonisch wirkende Vigintil soll
neue Möglichkeiten herbeiführen.
360 : 21 = 17,1428°: Unbekannt
360 : 22 = 16,3636°: Unbekannt
360 : 23 = 15,6521°: Unbekannt
360 : 24 = 15°. Dieser Aspekt ist unbenannt und findet
keine Verwendung, sehr wohl dagegen von ihm abgeleitete Aspekte wie das
Bilin (5*15=75), das Bösartigkeit, Falschheit, Leidenschaft und Leiden
ausdrückt, das Trilin (7*15 = 105), zuständig für Unruhe, Streit und
Erschütterung, sowie das Tao (11*15 = 165), das anfällig für Hinterhalte
und Krisen machen soll.
Mit dieser Teilungsfolge hört die bisher in der
Astrologie benützte Aspektreihe auf, obwohl man sich die Frage stellen
könnte, warum denn ausgerechnet bei 24 Schluss ist. Schön und
mathematisch einfach wären ja auch noch 360 : 30 = 12° oder 360 : 60 =
6°, ein Aspekt, den man zum Beispiel mit "Dekasextil" benennen könnte.
Als Wirkungsweise wäre vielleicht denkbar: "sehr schwach harmonisch oder
sehr schwach unharmonisch, je nach Verbindung mit dem Gesamthoroskop".
Dass Aspekte wie 360 geteilt durch 14 oder 17 oder 23
von Alters her keinen Namen und keine Bedeutung haben, kann man sich
wohl am einfachsten damit erklären, dass es damals keine Taschenrechner
gab.
Wie man sieht, bleibt hier noch jede Menge Spielraum
für neue Erfindungen. Zum Beispiel 360 : 11, das "Undezil", 360 : 19,
das "Novodezil" oder auch 360 : 73, das "Septimtrezil". Mit der
griechischen Antike könnte man auch einen Aspekt wie 360 : Pi
untermauern, das wäre dann sozusagen ein "Pizil" mit 114,6 Grad
Planetenabstand. Das Pizil könnte als Bedeutung haben, dass das Leben
nur ein Kreis ist.
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Wem all diese Aspekte nicht reichen: Es gibt noch
Halbsummen und Spiegelpunkte…
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Aspekte haben in der
Horoskopinterpretation inzwischen einen Stellenwert angenommen, der
ihnen in keinster Weise gebührt. Das liegt wohl hauptsächlich an den
modernen Computerprogrammen. Ein paar Klickse und schon hat man eine
Horoskopzeichnung mit vielen bunten Linien drin, den Aspekten eben. Die
bösen in rot, die guten in grün. Da muss man nicht mehr viel denken,
nach einem kurzen Blick in das Deutungsbuch wird sofort
losinterpretiert.
Dass diese isolierte Betrachtungsweise von Aspekten zu
keinerlei brauchbaren Ergebnissen führt, hat schon 1984 der Astrologe
Dr. Peter Niehenke erforscht, aber das interessiert kaum jemanden.
Ebensowenig wie die Forschungsergebnisse von Ebertin, der nach seinen
Untersuchungen zu dem Schluß gekommen ist, dass Trigone und Quadrate
weder gut noch böse sind, sondern Trigone und Sextile Gefühlszustände
anzeigen sollen, während Quadrate und Oppositionen eher aktive
Handlungen oder Ereignisse darstellen.
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Diese
"hochgefährlich" anmutende Aspektierung findet man weltweit in allen
Horoskopen vom Dezember 1875 bis Januar 1876. Dennoch scheinen es einige
Menschen überlebt zu haben, Konrad Adenauer (geb. 5.1. 1876) wurde damit
sogar Bundeskanzler.
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Was bei den Deutungen von Aspekten fast immer im Dunkeln
bleibt: Wann wird der Aspekt eigentlich fällig?
Dass eine Grundanlage besteht, die sich während des
gesamten Lebens und im Horoskop zeigt, ist nicht von der Hand zu weisen.
Wann genau aber so ein Venus/Pluto-Anlagebild verstärkt in das konkrete
Leben eintritt, für den Horoskopeigner also möglicherweise zum akuten
Problem wird, das zu berechnen gibt es die unterschiedlichsten Methoden,
die zu Ergebnissen führen können – oder auch nicht.
Es könnte ein Transit sein, eine
Sekundärprogression, eine Direktion, eine rhythmische Auslösung oder
auch ein Solar. Dass es verschiedene Möglichkeiten der zeitlichen
Auslösungen gibt, spricht ja eigentlich nicht gegen deren Gültigkeit,
aber oft ist es ein reines Glücksspiel, die gerade stimmige Methode zu
erwischen – vor allem beim Anfänger. In der Regel beschränkt sich der
Astrologe auf eine nachträgliche Deutung. Bei der Überfülle an
Möglichkeiten findet sich immer etwas, das passt. Und schon ist alles
ganz klar...
Und dann noch die leidige Frage des Orbis. Gilt das
Quintil noch, oder ist das schon ein Bilin? Sind 96 Grad Abstand noch
ein Quadrat? In manchen Büchern finden sich richtiggehende
Tabellenwerke, bei welchen Planeten und welchen Winkeln welcher Orbis
gilt, aber die eigentlich am sinnvollsten erscheinende Erklärung findet
man bei Döbereiner mit seinem System der Münchner Rhythmenlehre.
Sinngemäß sagt er:
"Der Planet X in diesem Feld und diesem Zeichen hat die
und die Bedeutung. Der Planet Y in einem anderen Feld und einem anderen
Zeichen hat eine andere Bedeutung. Die zwei Bedeutungen harmonieren,
oder sie tun sich nichts, oder sie schließen sich gegenseitig aus, und
wenn sie dann zur selben Zeit verwirklicht werden wollen, dann wird das
zum Problem. Man muss da nicht kleinlich abzählen ob die jetzt 84 oder
93 Grad Abstand haben."
Eine einleuchtende und plausible Auffassung, die
eigentlich zu den Grundelementen jeder Horoskopdeutung gehören sollte.
Aber die meisten Schüler sind ja schon mit der Deutung der Grundelemente
überfordert. Wer kann schon den Unterschied zwischen Pluto in den
Fischen im elften Haus und Pluto im Wassermann im zwölften Haus
erklären? Da kann man auch ruhig mal seinen Astrologielehrer fragen,
meistens wird man eine Menge Drumrumgerede ernten. Da ist es doch
wesentlich einfacher, Grade abzuzählen.
Um einen Aspekt im Rahmen des Gesamthoroskops beurteilen
zu können, ist es aber unerlässlich, erst einmal das Gesamthoroskop zu
verstehen. Das ist ein Lern- und Übungsprozess, der den Schüler viele
Jahre in Anspruch nehmen kann. Bevor man nicht wenigstens ungefähr
formulieren kann, was einem dieser Uranus in den Fischen im zehnten Haus
sagen will, hat es nicht viel Sinn, sich mit dessen Sextil zur Venus im
Schützen im achten Haus zu beschäftigen.
Astrologie ist wesentlich mehr als eine
Aneinanderreihung von Aspektdeutungen, aber gerade für den Anfänger sind
diese bunten Linien im Computerhoroskop so verführerisch einfach.
Übrigens haben weltweit alle Menschen die am selben Tag
geboren sind – abgesehen vom Mond – die gleichen Aspekte. Besonders
individuell sind die Aspekte der Planeten zueinander also sowieso nicht
zu werten.
Also: erhöhte Denkarbeit in Bezug auf die
Deutungsgrundlagen wäre schon angebracht, bevor man in die Feinheiten
geht. Allein mit der Stellung von 10 Gestirnen in 12 Zeichen und 12
Häusern ergeben sich 1440 Deutungsmöglichkeiten, die man zwar nicht alle
auswendig beherrschen muss, die aber schon als Grundwissen erarbeitet
werden sollten, ehe man über Quadrate und Quintile nachdenkt.
Bevor sich jemand mit Logarithmen beschäftigt, hat er in
der Regel neun Jahre Mathematikunterricht hinter sich, und auch in der
Astrologie kann eine gründliche Ausbildung nicht schaden. Erst wenn
dieses Basiswissen einmal vorhanden ist, sollte man sich an die
Interpretation von Aspekten trauen. Und das ist sehr sinnvoll, denn zur
Zeit gibt es sowieso kein Lehrbuch, das uns folgende Aspektierung
erklären könnte:
Quaoar im Quadrat zu Pholus mit Saturn in der Halbsumme
im Spiegelpunkt zu einem dionysisch belasteten Neptun von Haus 11 zu
Haus 7 im topographischen Häusersystem.
Obwohl, vielleicht gibt es ja bald so ein Deutungsbuch.
Da steht dann mit Sicherheit drin:
"Dieser Aspekt drückt die Unvereinbarkeit des
Unwirklichen in der Dualität aus. Wie wir in unserer jahrelangen Praxis
an hunderten von Beispielhoroskopen untersuchen konnten, ist jedoch nur
ein gewisser Personenkreis mit besonderen mentalen Fähigkeiten in der
Lage, die feinstofflichen Schwingungen dieser Konstellation zu
empfangen. Die mächtigen kosmischen Prinzipien die hier in das irdische
Sein geworfen werden, zeigen an, dass der Betroffene sein bisheriges
Leben überdenken und sich eventuellen Änderungen gegenüber
aufgeschlossen zeigen sollte. Der unerlöste Anteil an diesem Aspekt kann
anzeigen, dass der Horoskopeigner neuen Entwicklungen gegenüber nicht
offen genug ist. Diese Bedeutung wurde uns in einer meditativen
Gesamtschau offenbart, unterstützt von einer zweiten,
bewusstseinserweiternden Methode, die wir hier aber nicht näher anführen
wollen ."
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